| Carlo
Maria Martini, Umberto Eco: Woran
glaubt, wer nicht glaubt? [In cosa crede chi non crede?], Zürich: Zsolnay 1998, 158 Seiten – |
| Ein Briefwechsel
zwischen dem Jesuiten und Kardinal von Mailand Carlo Maria Martini und
dem Schriftsteller und Professor an der Universität Bologna
Umberto Eco. Der Briefwechsel – er erschien in vierteljährlichem Abstand in der Zeitschrift liberal – ist zwar nur kurz doch gehaltvoll. Er ist von großem gegenseitigen Respekt geprägt. Besonders Eco geht C. M. Martini sehr zurückhaltend an, frägt in eingangs gar, ob er ihn beim Namen anreden darf und beantwortet seine Fragen teilweise gleich selbst (aus der Sicht Martinis), baut ihm Brücken und zitiert Thomas von Aquin. Bis sich die beiden Briefschreiber warmlaufen, sind 73 Seiten schon vorbei. Eco stellt zumeist nur Fragen, Martinis Antworten und Thesen sind recht schwammig, er nennt es geheimnisvoll. Gegen die Benachteiligung der Frau in der katholischen Kirche bringt Eco einige biblische Argumente. Martini verweist auf die zwölf männlichen Apostel und die Tradition der Kirche (die bekanntlich schon öfters fehlging) und das war's dann. Etwas würziger zeigt sich der zweite Teil, in dem einige Philosophen, Journalisten und Politiker ihre Meinung beisteuern. Auch dabei hat Martini ein Heimspiel: nur er erhielt die Chance einer Replik, in der er aber auf die Vorwürfe nur zum Teil eingeht. Den großen Vorwurf des Widerspruchs in der Stellungnahme Emanuele Severinos erwähnt Martini nicht. |
| Trotz
meiner Einwände: eine sehr spannende und
aufschlußreiche Diskussion. Man kann sie in wenigen Stunden
lesen, wird sie aber sicher auch später noch zur Hand nehmen. Sehr empfehlenswert für alle an kirchlichen oder ethischen Fragen Interessierte. |
| Links |
| Literatur |
| Bei Amazon nachschauen | |
![]() | |