| Ilse
Nagelschmidt, Lea Müller-Dannhausen, Sandy
Feldbacher, Hg.: Zwischen Inszenierung und Botschaft. Zur Literatur deutschsprachiger Autorinnen ab Ende des 20. Jahrhunderts Berlin: Frank & Timme, 2006. Broschiert, 250 Seiten – |
| Seitdem der
deutsche Literaturkritiker Volker
Hage ( In dieser Sammlung von dreizehn Essays zur Literatur deutschsprachiger Autorinnen ab Ende des 20. Jahrhunderts wird das Phänomen "Fräuleinwunder" von allerlei Seiten beleuchtet. Dabei wird klarer, inwiefern es ein Produkt des Marketing ist und inwieweit eine neue literarische Richtung dahinter steht. |
| Gemeinsam ist
den meisten Autorinnen eine inhaltliche Verschiebung: weg von der
Vergangenheit der Deutschen (Ausnahme: Julia Franck: Die
Mittagsfrau), hin zur eigenen Vergangenheit. Hierin liegt die
Gefahr: viele der Autorinnen haben noch nicht allzu viel eigene
Vergangenheit vorzuweisen. Die dreizehn Essays decken eine breite Vielfalt ab. So widmen sich zwei Artikel explizit Autorinnen aus dem ehemaligen Osten, einer dem Drama. Viele behandeln das Thema "Fräuleinwunder" anhand einzelner Autorinnen. Diese sind Alexa Hennig von Lange, Judith Hermann, Sibylle Berg, Tanja Dückers, Juli Zeh, Claudia Rusch, Jana Hensel, Jenny Erpenbeck, Terézia Mora, Antje Rávik Strubel und Kathrin Röggla. |
| Die Einleitung
der Herausgerin Ilse Nagelschmidt führt kompetent ins Thema und die
dreizehn Essays ein. Sie sind alle unabhängig voneinander zu lesen. Das
hat den vernachlässigbaren Nachteil, dass man bei vollständigem
Lesen manches mehrfach inhaliert, wie z.B. den Hinweis auf den Ursprung
des Begriffs "Fräuleinwunder". Zu loben ist, dass auch noch neuere Autorinnen (z.B. Svenja Leiber) – wenn auch kurz – berücksichtigt werden. |
| Es ist für eine wissenschaftliche Sammlung diesen Anspruchs vielleicht nicht üblich, doch ich vermisste eine kleine Vorschlagsliste, mit welchen Werken und welchen Autorinnen man einsteigen kann. Vielleicht wurde vorausgesetzt, dass alle Leser(innen) bereits über eine entsprechende Erfahrung mit den Werken der Autorinnen verfügen. |
| Nach mehr als zehn Jahren "Fräuleinwunder" zeichnet sich schon ab, welche der Autorinnen etwas zu sagen haben und damit auch künftig bestehen werden. Dieser Sammelband bietet dazu eine gute Hilfe, sowohl als Nachbereitung zu gelesenen Bücher als auch als Überblick zu einem anhaltenden Phänomen. Sehr empfehlenswert. |
| Links |
Fräuleinwunder
(Wikipedia)
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Volker
Hage, Journalist, Literaturkritiker und Autor |
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