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Fliegender, Holländer
Der Anlaß zum Fluch des Fliegenden Holländers
Der Holländer wird verflucht wegen seiner Vermessenheit – Heinrich HeineFrederick MarryatRichard Wagner
Bei Heinrich Heine [1834]:
" ... einem Holländer, der einst bei allen Teufeln geschworen, daß er irgendein Vorgebirge, dessen Namen mir entfallen, trotz des heftigsten Sturms, der eben wehte, umschiffen wolle, und sollte er auch bis zum jüngsten Tage segeln müssen. Der Teufel hat ihn beim Wort gefaßt, er muß bis zum jüngsten Tage auf den Meeren umherirren, es sei denn, daß er durch die Treue eines Weibes erlöst werde."
Heinrich Heine. Aus den Memoiren des Herre von Schnabelewopski, 1834; zitiert nach Kurt Pahlen, Hg. Richard Wagner. Der fliegende Holländer. München: Goldmann, 1979. S.87
Wie der Holländer Vanderdecken bei Frederick Marryat [1839] zum Fluche kam schildert er selbst.
“Ich bin nicht tot, aber auch nicht am Leben. Ich schwebe zwischen dieser Welt und der der Geister. Merke auf, was ich Dir sage!
Neun Wochen lang versuchte ich, am stürmischen Kap gegen die Macht der Winde anzukämpfen, aber ohne Erfolg, und ich fluchte fürchterlich. Neun weitere Wochen führte ich meine Segel gegen die widrigen Winde und Strömungen, ohne jedoch vorwärts zu kommen, und dann brach ich – ach, in schreckliche Gotteslästerungen aus. Noch immer gab ich nicht auf; die Schiffsmannschaft, von den langen Anstrengungen erschöpft, verlangte, daß ich zur Tafelbay zurückkehre, aber ich weigerte mich; ja, ich wurde sogar zum Mörder, – unabsichtlich zwar, aber doch zum Mörder. – Der Steuermann widersetzte sich mir und überredete die Leute, mich zu binden. Im Übermaß meiner Wut faßte ich ihn am Kragen und schlug ihn. Er taumelte, und bei einem plötzlichen Schwanken des Schiffs fiel er über Bord, um nicht wieder zum Vorschein zu kommen. Selbst sein schrecklicher Tod zügelte mich nicht, und ich schwor bei der Reliquie des heiligen Kreuzes, die jetzt um Deinen Hals hängt, daß ich mein Ziel erreichen wolle trotz Ungewitter und wilder See, trotz Blitz und Donner, trotz Himmel oder Hölle, und wenn ich mich bis zum Jüngsten Tage abmühen müßte. Mein Fluch wurde unter Donnerschlägen und in Strömen schwefeligen Feuers aufgezeichnet. Der Orkan tobte auf das Schiff los und die Segel flogen in Fetzen davon. Berge von Wogen wälzten sich über uns hin, und in einer tief niederhängenden Wolke, welche alles in äußerste Finsternis hüllte, standen mit blauen Flammen die Worte geschrieben: – BIS ZUM JÜNGSTEN TAGE.”
Frederick Marryat. Das Geisterschiff oder Der fliegende Holländer [The Phantom Ship or the Flying Dutchman, 1839]. Marie Elisabeth Biener, Übersetzerin. München: Hanser, 1970. Seite 15.
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Wie der Fliegende Holländer bei Richard Wagner [1843] zum Fluche kam singt Senta in ihrer Ballade im zweiten Aufzug.
Bei bösem Wind und Sturmes Wut
umsegeln wollt er einst ein Kap;
er flucht' und schwur mit tollem Mut:
»In Ewigkeit laß ich nicht ab!« –
Hui! – Und Satan hört's! Johohe! – Johohe!
Hui! – Nahm ihn beim Wort! – Johohe! Hojohe!
Kurt Pahlen, Hg. Richard Wagner. Der fliegende Holländer. München: Goldmann, 1979. S. 42
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 16.10..2002