| Paradoxa
des Glücks Gesellschaftliches Paradox - Paradox der Erfüllung - Paradox der Intention – |
| Gesellschaftliches Paradox |
| Obwohl die "westliche" Welt (dafür mag repräsentativ stehen: WASP = Weißer Anglo-Sächsischer Protestant) über die angenehmsten Lebensgrundlagen verfügt, entwickelt sich in diesem Lebensraum (nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation) die Depression zur Volkskrankheit. Diese Gesellschaft hat das individuelle Streben nach Glück zum Programm erhoben und hat das Recht dazu in der US-Verfassung verankert. Die Vorstellung, dass zum Glück unabdingbar Erfolg auf jeder Linie (Beruf, Sport, Sex, ...), Besitz und hohes Einkommen gehören, führt paradoxerweise, je mehr man es anstrebt oder verwirklicht, zum Gegenteil. |
| Paradox der Erfüllung |
| Jeder
Bergsteiger kennt es, Reinhold Messner hat's beschrieben: das
Glück der Berge liegt in der Planung, im Aufstieg, in der
Durchführung. Am Gipfel währt das sogenannte
Gipfelglück nur kurze Zeit. Aus dem meist berauschenden
Panorama der umliegenden Berge wählt man ein neues Ziel. Reduziert auf Freude sagt der Volksmund: Vorfreude ist die schönste Freude. Zum Glück gehört wesentlich das Verlangen nach Erfüllung. Werden alle Wünsche erfüllt oder können sie es potentiell so endet das oft in Tragödien, wie man an den Erben von großen Vermögen oder an Leuten sieht, die schnell zu großen Vermögen kamen. Sie flüchten sich in Drogen, haben zweifelhafte Freunde, usw. |
| Paradox der Intention |
| "Je
mehr er [der Mensch, H.H.] nach Glück jagt, um so mehr verjagt
er es auch schon." Viktor E. Frankl: Der Wille zum Sinn. Ausgewählte Vorträge über Logotherapie. München: Piper, 1991. Das Glück stellt sich dann ein, wenn man ihm nicht nachjagt. Das "pursuit of happiness" in der Konstitution der USA gibt die falsche Richtung vor. Glück stellt sich als unbeabsichtiger Nebeneffekt ein, wenn sich Menschen für jemand oder etwas einsetzen. Dies ist genau das, was Viktor Frankl zeitlebens als Lebenssinn propagierte. Glück ist demnach ein Epiphänomen zur Verwirklichung des Lebenssinns. |
| Links |
| Literatur |
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| Thomas Gil: Praktische
Paradoxien. Parerga 2005. 116 Seiten | ||
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