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Literatur zur Geschichte, Flucht, Vertreibung und Versöhnung der
Sudetendeutschen |
![]() Siedlungsgebiete der Sudetendeutschen in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts |
Mit Sudetenland
werden die Gebiete der
tschechischen-slowakischen Länder Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien
mit
einstmals überwiegend deutschsprachiger Bevölkerung bezeichnet. Die
mittelalterliche deutsche Ostbesiedlung dieser
Grenzgebiete erfolgte im 12. und 13. Jahrhundert. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Österreichisch-Ungarische Monarchie aufgeteilt und am 28. Oktober 1918 die Tschechoslowakei gegründet. |
| Ohne
Beteiligung der Tschechoslowakei
(!) vereinbarten Adolf
Hitler, Benito Mussolini (Italien), Neville
Chamberlain (Grossbritannien) und Édouard
Daladier (Frankreich) am 29.
September 1938 im Münchner
Abkommen,
dass die Tschechoslowakei das
Sudetenland an Deutschland abtreten soll. Von den ca. 580.000 Tschechen
im abzutretenden Grenzgebiet wurden 150.000 bis 200.000 aus dem
Sudetenland vertrieben. Nach dem „Endsieg“ war die Massenvertreibung
der verbliebenen Tschechen geplant. Das „Münchner Diktat“ spottet jedem
Völkerrecht, widerspricht jeglicher Selbstbestimmung und
steht im Gegensatz zu den Menschenrechten (die allerdings erst 1948 als
UN-Menschenrechtskonvention weltweit proklamiert wurden). Der von Deutschland angezettelte Zweite Weltkrieg brachte Tod und ungeheures Leid über Millionen von Menschen. In der Tschechoslowakei wüteten die Deutschen mit gründlicher Grausamkeit, man denke nur an Lidice 1942 (siehe Aufgrund dieser Erfahrungen mit den Deutschen begannen irreguläre tschechische Einheiten nach dem Ende der deutschen Besatzung 1945 mit der Vertreibung deutscher Einwohner. |
| Nach dem Krieg erließ der wieder amtierende tschechoslowakische Präsident Edvard Beneš die nach ihm benannten Dekrete. Sie regeln die Vertreibung und Enteignung der Sudetendeutschen. Die Beneš-Dekrete wurden nachträglich vom tschechoslowakischen Parlament gebilligt. |
| Die
Vertreibungen wurden von den Siegermächten geduldet und im Potsdamer
Abkommen (17. Juli bis 2. August 1945) bestätigt.
Sie haben bis heute Rechtsgültigkeit, werden jedoch nach tschechischer
Interpretation „nicht mehr angewendet“ und wurden für
Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus im März 2002
aufgehoben.
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| Vertreibung mit Drohung oder Gewalt wird ein Bevölkerungsteil, meist Minderheiten, aus ihrer Heimat über die Grenzen des vertreibenden Staates hinweg ausgewiesen (abgeschoben); dagegen wird bei der Deportation oder Verschleppung (Grenzen zur Vertreibung sind fließend) in der Regel nicht der Machtbereich des deportierenden Staates verlassen. Die Vertreibung der eigenen Staatsangehörigen ist ein Verstoß gegen Menschenrechte; die grenzüberschreitende Vertreibung ist völkerrechtswidrig. Die Vertreibung fremder Staatsangehöriger stellt einen Verstoß gegen Artikel 49 des Genfer Abkommens zum Schutz der Zivilbevölkerung von 1949 dar. Unter Zuhilfenahme von: Brockhaus: (c) Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999 |
| Rezensionen |
Hamburg: Konkret, 2005. Broschiert, 168 Seiten |
| Links |
| Literatur |
| Bundeszentrale für politische Bildung, Hg. (2009): Zwangsumsiedlung, Flucht und Vertreibung 1939 – 1959. Atlas zur Geschichte Ostmitteleuropas. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung. 253 Seiten. |
| Frahm, Ole (2004): "»Ein deutsches Trauma«?: Zur Schamlosigkeit deutscher Opferidentifikation". German Life and Letters 57:4. S. 372-90. |
| Lüttinger, Paul (1986): "Der Mythos der schnellen Integration. Eine empirische Untersuchung zur Integration der Vertriebenen und Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland bis 1971". Zeitschrift für Soziologie 15:1, S. 20-36. |
| Nelhiebel, Kurt
(2004): "Erst kam der Krieg, dann die Vertreibung. Den Vergesslichen
ins Stammbuch". Blätter
für deutsche und internationale Politik 12, S.
1504-1512. |
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| Arburg,
Adrian von, Wlodzimierz Borodziej, Jurij Kostjaschow: Als die Deutschen weg waren: Was
nach der Vertreibung geschah: Ostpreußen, Schlesien, Sudetenland.
Reinbek: Rowohlt, 2004. Broschiert, 320 Seiten |
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| Benz,
Wolfgang: Ausgrenzung,
Vertreibung, Völkermord. Genozid im 20. Jahrhundert.
München: Dtv, 2006. – |
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| Benz,
Wolfgang: Die
Vertreibung
der Deutschen aus dem Osten. Ursachen, Ereignisse, Folgen.
2.Aufl. Frankfurt/M: Fischer 1995. Broschiert, 302 Seiten |
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Beyerl, Beppo: Die
Beneš-Dekrete.
Promedia, 2002. Broschiert |
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| Brumlik,
Micha: Wer Sturm sät.
Die Vertreibung der Deutschen. Berlin: Aufbau, 2005.
Taschenbuch, 300 Seiten – |
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| Burgdorff,
Stephan,
Stefan Aust: Die
Flucht. Über die Vertreibung der Deutschen aus dem
Osten. DVA, 2002. Gebunden, 272 Seiten |
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| Dornemann,
Axel: Flucht und Vertreibung aus den ehemaligen deutschen
Ostgebieten in
Prosaliteratur und Erlebnisbericht seit 1945. Eine annotierte
Bibliographie. Hiersemann 2005. Gebunden, 376 Seiten
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| Gebel,
Ralf:
„Heim ins Reich!“,
Konrad Henlein und der Reichsgau Sudetenland (1938–1945).
München: Oldenbourg, 2000. Gebunden, 424 Seiten |
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Habel,
Fritz Peter: Dokumente
zur
Sudetenfrage. München: Langen-Müller, 2005. Taschenbuch,
503 Seiten
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| Hahn, Hans
Henning, Hg.: Hundert
Jahre sudetendeutsche
Geschichte. Eine völkische Bewegung in drei Staaten.
Frankfurt: Lang, 2007. Taschenbuch, 324 Seiten |
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| Käppner,
Joachim Robert Probst, Birgit Weidinger, Hg.: Die letzten Augenzeugen.
München: Süddeutsche Zeitung , 2010. Gebunden, 128 Seiten |
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| Koschmal,
Walter, Marek Nekula, Joachim Rogall, Hg.: Deutsche und Tschechen.
Geschichte – Kultur – Politik. Vorwort von Václav Havel.
München: C.H. Beck, 2003. Gebunden, 727 Seiten |
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| Kossert,
Andreas: Kalte Heimat:
Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945.
Pantheon 2009. Gebunden, 432 Seiten |
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| mdr,
NDR, Das Erste: Die
Vertriebenen - Hitlers letzte Opfer 1-3. 1 DVD. 2004.
135 Minuten |
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| Naimark,
Norman M.: Flammender
Hass. Ethnische Säuberungen im 20. Jahrhundert. Frankfurt:
Fischer, 2008. Broschiert, 304 Seiten |
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| Schultze-Rhonhof,
Gerd: Das tschechisch-deutsche Drama 1918-1939. Errichtung und
Zusammenbruch eines Vielvölkerstaates als Vorspiel zum Zweiten
Weltkrieg. Olzog 2008. Gebunden, 415 Seiten |
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| Seibt,
Ferdinand: Das alte
böse
Lied. Rückblicke auf die deutsche Geschichte 1900 bis 1945.
München: Piper, 2001. Taschenbuch |
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| Sienkiewicz,
Witold, Grzegorz Hryciuk, Red.: Atlas
Zwangsumsiedlung, Flucht
und Vertreibung: Ostmitteleuropa 1939 - 1959. Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung. Warszawa: Demart, 2009. Broschiert, 253 Seiten Polnisch-Deutsche Aussöhnung. Warszawa: Demart, 2009. Broschiert, 253 Seiten Derzeit (Febr. 2010) erhältlich bei |
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| Staněk,
Tomáš (Tomas Stanek): Verfolgung
1945:
Die Stellung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien (außerhalb
der Lager und Gefängnisse). Wien, Köln, Weimar: Böhlau,
2002. Taschenbuch, 264 Seiten – |
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Derzeit (Febr. 2010) nicht bei amazon, sondern via |
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| Taler,
Conrad: Verstaubte
Kulisse Heimat. Über
die Kausalität von Krieg und Vertreibung. Köln: PapyRossa,
2007 – |
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Philipp Ther: Deutsche und polnische Vertriebene: Gesellschaft und Vertriebenenpolitik in der SBZ/DDR und in Polen 1945-1956. Vandenhoeck & Ruprecht, 1998. Broschiert, 382 Seiten |
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| Wagnerová,
Alena, Hg.: Helden der
Hoffnung. Die anderen Deutschen aus den Sudeten
1935 - 1989. Berlin: Aufbau, 2008. Gebunden, 272
Seiten |
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| Andreas
Wiedemann: "Komm mit uns das Grenzland aufbauen!" Ansiedelung
und neue
Strukturen in den ehemaligen Sudetengebieten 1945–1952.
Essen:
Klartext, 2007. Gebunden, 482 Seiten |
| Literarisches (Belletristik usw.) |
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| Denemarková,
Radka: Ein herrlicher Flecken Erde: Roman. München: Deutsche
Verlags-Anstalt, 2009. Eva Profousová, Übs. Gebundene Ausgabe: 304
Seiten |
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| Jirgl,
Reinhard: Die
Unvollendeten. München: Hanser, 2003. Gebunden, 250
Seiten |
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