| Heller,
Joseph: Good As Gold London: Corgi 1979. 463 Seiten |
| Joseph Heller ist bekannt, ja zurecht
berühmt, für sein Kultbuch Catch-22; eine wunderbare Satire
auf den Krieg. Unbedingt lesenswert! Zu deutsch kam es unter IKS Haken
heraus. Eines seiner Folgebücher ist Good As Gold. Ich war
vorsichtig. Oft sind Werke, die dem ersten großen Wurf folgen,
enttäuschend. Eine US-amerikanische Bedienung in einem Schwabinger Cafe
empfahl mir Good As Gold als geistreich und witzig. Diesmal ist nicht der Krieg das Ziel des Spotts von Joseph Heller sondern die Bürokratie in Washington. (Beim zweiten Lesen von Catch-22 wurde mir klar, daß auch dieses mehr gegen die Bürokratie als gegen den Krieg gerichtet ist.) Das Buch hat eigentlich keine große Handlung, sondern lebt vom Witz und Wortwitz. Das ist zugleich sein Nachteil: trotz teilweise brillanter Vergleiche und Redewendungen, z.B. "He doesn't have brains enough to lie" oder "And you didn't have any friends. I didn't have any either. But I had more than you." und exzellenter Absätze zieht sich das Buch über seine 463 Seiten doch recht langatmig, zumal die zahlreichen Bezüge zur US Politik für uns nicht interessant und auch allgemein überholt (Nixon/Kissinger) sind. Hat man einmal Joseph Hellers Überraschungslogik kapiert, kann man viele Wendungen voraussagen. Joseph von Westphalen ist in diesem Genre knapper, zynischer, direkter, kurz: besser, in: Joseph von Westphalen Im diplomatischen Dienst. |
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| Joseph Heller. Gut wie Gold.
Frankfurt am Main: Fischer, 1995. 455 Seiten |