| Willi
Birkmaier, Hg.: Mozart in Wasserburg Wasserburg: Bücherstube, 1990. 88 Seiten |
| Das inzwischen vergriffene Mozart
in Wasserburg ist nicht nur für den Lokalpatrioten und Mozartfans von
Interesse. Es zeigt sehr viel über die Art des Reisens in der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts in Mitteleuropa. Die Mozarts waren
reisefreudig und kamen nicht nur (was jeder weiß) bis Mannheim und Paris
sondern sogar nach London (was ich nicht wußte). Inhalt Erwin Maderholzer: "Mit Mozart »auf der Post«", S. 11-17 Robert Münster: "Wasserburg und die Familie Mozart 1760 bis 1781", S. 19-52 Robert Münster: "Mozarts Kirchenmusik in St. Jakob", S. 53-61 Ferdinand Steffan: "Beim »Stern« zu Wasserburg", S. 63-73 Willi Birkmaier: "»W. A. Mozart« in Wasserburg 1842", S. 75-85 Willi Birkmaier: "Zum Schluß", S. 87-89 Wolfgang Amadeus Mozart war mehrmals in Wasserburg. Oft wählte er für seine Reisen aber auch die nördlich gelegene Route über Altötting, Braunau, Ried im Innkreis und Linz. Wenn er über Wasserburg reiste, machte er im Gasthaus "Zum goldenen Stern" (später: "Gassnerwirt", inzwischen keine Gastwirtschaft mehr) nahe der St. Jakobskirche Station. Neben der Gastlichkeit in diesem Gasthaus fand die Familie Mozart aufgeschlossene Musikfreunde in der Innstadt. |
| Die Reise am 9. Juni
1763 bescherte den Mozarts zwei Stunden vor Wasserburg einen
Radbruch. "Vater Leopold und Diener Sebastian waren zu Fuß gegangen, um das fragile Gefährt, dem besorgte Salzburger schon dieses Geschick prophezeit hatten, nicht allzusehr zu belasten. Das beschauliche Arbeitstempo des Wasserburger Wagnermeisters erlaubt die Fortsetzung der Reise erst am 12. Juni. Der ökonomische Vater hat die unfreiwillige Reisepause zum ersten Bericht an den Salzburger Hausherrn benützt und beim Besuch der Stadtpfarrkirche St. Jakob in Anwesenheit des auch als Komponisten und Lehrer bekannten Chorregenten Johann Sebastian Diez (1711 1793) und vermutlich auch des Organisten Sebastian Ullinger Wolfgang in die Orgelpedaltedtnik eingeführt. Wolfgang begriff unglaublich rasch, indem er »den Schemel hinweg gerückt und stehend präambuliert und das Pedal dazu getreten und zwar so, als wenn er es schon viele Monate geübt hätte. Alles geriet in Erstaunen und ist eine neue Gnad Gottes, die Mancher nach vieler Mühe erst erhält«." Erich Schenk: Mozart. Eine Biographie. München: Goldmann, 1978. S. 77 |
| Johann
Sebastian Diez * 1711 Neuhaus an der Pegnitz (bei Bamberg); nahm die Stelle als Wasserburger Chorregent der Stadtpfarrkirche St. Jakob an. Diez heiratete 1737 die Witwe Barbara seines Vorgängers Franz Obermüller. + 19.11.1793 in Wasserburg. Er war die musikalische Anlaufperson der Mozarts in Wasserburg. Näheres zu Diez: S. 26-34. |
| Wolfgang Amadé
Mozart, Wasserburg 23. September 1777, an seinen Vater Leopold: "zu wasserburg beym stern ist man unvergleichlich bedient. ich sitze da wie ein Prinz." (S. 39). Anscheinend gab es vor der Innbrücke schon 1777 den typischen Stau: "Gleich, als wir zum thor kammen, musten wir fast eine viertl stunde warten, bis uns das thor ganz aufgemacht wurde; dann man war in arbeiten." (S. 38) |
| Das textlich abwechslungsreiche Werk wird durch zahlreiche ganzseitige, teilweise farbige Abbildungen aufgelockert und aufgewertet. Historiker, Musikfreunde und Lokalpatrioten werden Mozart in Wasserburg mit Freude und Gewinn lesen. |
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