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Zehetner
Ludwig Zehetner: Basst scho! Wörter und Wendungen aus den Dialekten und der regionalen Hochsprache in Altbayern
Regensburg: edition Vulpes, 2009. Gebunden, 208 Seiten. Mit Fotos von Helmut Koch und einem Geleitwort von Manfred Sauerer – Ludwig LinksLudwig Literatur
Basst scho! entstand nach einer Artikelserie in der Mittelbayerischen Zeitung. Die Artikel widmeten sich typischen oder fast vergessenen bairischen Wörtern oder Redewendung. Der Autor bearbeitete diese Artikel für das Buch und stellte zwei einleitende Beiträge über Grundsätzliches zum bairischen Dialekt voran.
Noch ist Bairisch nicht verloren
Zehetner stellt den Leitsatz "Noch ist Bairisch nicht verloren" allen gegenteiligen Unkenrufen entgegen. Der Tenor aller Artikel: Bairisch ist einen ebenso "gute" Sprache wie andere Ausprägungen des Deutschen und – sofern man beides lernt – stellt der Dialekt neben der Schriftsprache immer eine Bereicherung dar. Vieles von unseren Ursprüngen (Kelten, Römer, irische Mönche, Italien) hat sich nur im Dialekt erhalten. Daher ist der gesprochene Dialekt unbedingt erhaltenswert. Ich muss gestehen, dass die jahrezehntelange Verachtung des Dialekts (S. 12) nicht mitbekommen habe und die Argumente dafür – sofern überhaupt welche vorlagen – nie hörte. Ich kenne aber auch den umgekehrten Fall, dass ein aus NRW zugezogenes Kind in der Schule angehalten wurde bairisch zu sprechen. Das ist ähnlicher Blödsinn, wie die Verachtung des Dialekts.
Man kann aus den Artikeln von Basst scho! vieles lernen, insbesondere, warum manches so und so gesprochen wird und nicht anders. Sicher ist es löblich seltene Ausdrücke wie "hantig" wieder zu beleben, andrerseit lebt auch der Dialekt und er verleibt sich neue Wörter ein. Waren es einst irische Mönche, so sind es jetzt fremde Sprachen, die den Dialekt bereichern. Bairisch wird nie verloren sein, solange es so engagierte Vorkämpfer, Kenner und Vermittler wie Ludwig Zehetner gibt.
Ein kleiner unvermuteter Nebeneffekt des Index: der gemischte Index hebt die Personen durch Grossschreibung hervor. Sie können als Register lesenwerter bairischer Autoren (selten Mundartdicher, aber immer Schreiber im bairischen Duktus) dienen, von Carl Amery bis Helmut Zöpfl.
Eine Fundgrube für bairisch Sprechende. Besonders denjenigen zu empfehlen, die den Dialekt für minderwertig halten. Fremdsprachler können ihre Kenntnisse zum Bairisch mit Basst scho! vertiefen, allerdings rate ich diesen Lesern ab, seltene Worte zu verwenden: es könnte zu leicht schief gehen.
Links
ZehetnerLudwig Zehetner (Wikipedia)
ZehetnerHelmut Koch: Fotografie
Zehetneredition vulpes
Ludwig Valentin Erl: Der Bayer kennt kein "ü"
bairisch Hans Kratzer: Ausgesprochen Bairisch. Von Mongdratzerln, Tschamsterern und anderen sprachlichen Kostbarkeiten
bairisch Literarisches zu Wasserburg am Inn und Umgebung
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