| Patrick
McGrath: Stella [Asylum] Brigitte Walitzek, Übs. Berlin: Berlin, 1997. 332 Seiten – > |
| Stella, die
Frau eines leitenden Psychiaters in einer englischen Anstalt, verfällt
in eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit dem wegen bestialischen
Mordes an seiner Frau einsitzenden Edgar Stark. Seinen Mord
entschuldigt Stella mit Eifersucht (dabei ist unklar, ob diese von
Seiten Edgars berechtigt war). Edgar gelingt es zu fliehen und Stella
läßt nach kurzem Zögern alles stehen, verläßt Mann und Kind und zieht
zu ihm. Doch das kann nicht gut gehen... Der Erzähler ist Peter Cleave, eine anderer Psychiater derselben Anstalt. Dadurch gewinnt der Leser eine gewisse Distanz. Alles wird im Nachinein erzählt, oft nur aus der Perspektive des Ich-Erzählers. Das erlaubt von Anbeginn geschickte Andeutungen der künftigen Entwicklung. (Das erinnerte an William S. Maughams Technik; Der Roman ist streckenweise spannend, doch McGrath verkniff es sich, daraus einen Thriller werden zu lassen. Die psychologische Struktur der Personen wurde andrerseits nicht einsichtig. Stellas Ehemann Max bleibt lange farblos (deshalb wohl Stellas Hinwendung zu Edgar), was man aber eher aus den Lücken schließen muß. Verstörend und unmotiviert empfand ich die Szene mit dem Lehrer Hugh Griffin, der bei Charlie, dem zehnjährigen Sohn Probleme sieht. Trotzdem Stella zu diesem Zeitpunkt (Edgar ist unauffindbar) von Langeweile gemartert wird, lehnt sie eine Zusammenarbeit mit dem Lehrer aus Zeitmangel (!) ab (S. 232-234). Spannende und kurzweilige Lektüre mit Konstruktionsmängel. |
| Patrick McGrath, *
1950 London, sein Vater war Medical Superintendent im Broadmoor Hospital, einer Klinik für gewalttätige Geisteskranke. Patrick McGrath besuchte ein Jesuiten-Gymnasium und studierte an der University of London Englisch. Nach Jahren in den USA, Kanada sowie auf einer Insel im Pazifik lebt er seit 1981 als freier Autor in New York. Er ist mit der Schauspielerin Maria Aitken verheiratet. |
| Hinweis zu den Confessio
Amantis eines englischen Dichters (S. 148) John Gower (1330 – 1408): Confessio Amantis of Tales of the Seven Deadly Sins |
| Links |
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Busch, Claudia: Der Mann als Groteske. Rollenbilder und ihre
Verzerrung bei Patrick McGrath. Dissertation 2002.
Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und
Literaturwissenschaft. |
| Literatur |
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| Patrick
McGrath. Stella. [Asylum] Brigitte Walitzek, Übs.
Berlin: Berlin, 1997. Gebunden, 332 Seiten |
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| Patrick
McGrath. Asylum. Penguin, 1997. Broschiert, 256
Seiten |
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