| Peter Nicolaisen: Joseph Conrad Reinbek: Rowohlt, 1988. Taschenbuch: 156 Seiten – |
| Peter Nicolaisen, Dozent an der Universität Kiel, ist mit dieser rororo Bildmonographie eine ausgezeichnete Biografie gelungen. Neben dem Leben des großen englischen Erzählers kommt auch sein Werk nicht zu kurz (was man von rororo Bildmonographien nicht immer sagen kann). Die Bilder und Fotos – dies ist allerdings ein Merkmal der Reihe – sind gut ausgewählt und sehr instruktiv. Besonders hinweisenswert: Conrads Seereisen 1881-93 (S. 32-33) und die Manuskriptseite (S. 108), die belegt, wie hart Conrad am Text gearbeitet hat. |
| Nicolaisen stellt
manche Ereignisse von verschiedenen Seiten dar, so den
Selbstmordversuch Conrads 1878. Er zeigt auch, wie Conrad selbst
versuchte seine Biografie zu "berichtigen". Gut gelingt dem Autor im
Verlaufe der Lebens- und Charakterbeschreibung die politische und
soziale Position Conrads zu verdeutlichen. Conrad verband eine recht
konservative Haltung mit ausdrücklicher Kritik am
Kolonialismus und sozialen Mißständen (S. 112).
Allerdings
hat er als Kapitän wenig Verständnis für
Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Seeleute (S. 70). Die Tugenden
Treue und Gemeinschaftssinn schätze er hoch ein (S. 76). Lobenswert finde ich, dass Nicolaisen auch einiges über Conrads Arbeitsweise schreibt und seinen Stil erläutert, so die Standpunkttechnik (S. 102, 109), siehe Standpunkttechnik. |
| Joseph Conrad verbanden lose bis freundschaftliche Beziehungen mit John Galsworthy, Henry James, H.G. Wells, André Gide, R.B. Cunninghame Graham, Stephen Crane, Ford Madox Ford und Bertrand Russell. |
| Wer sich kurz und doch fundiert über Leben und Werk Joseph Conrads informieren will, ist mit dieser Bildbiografie bestens bedient. |
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