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Amila
Jean Amila: Mond über Omaha
[La lune d'Omaha - 1959]. Saarbrücken: Conte, 2005. Broschiert, 211 Seiten. Helm S. Germer, Übs.Kollektiv
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Sergeant Steve Reilly und George Hutchins, zwei Kriegsveteranen des 2. Weltkriegs, die in Frankreich hängenblieben, stehen im Mittelpunkt des Romans Mond über Omaha.
Man sollte sich nicht vom ersten Kapitel (Landung der US-Army am Strand von Omaha = Deckname für einen französischen Küstenabschnitt) abschrecken lassen; es ist ein schreckliches Kriegsgemetzel. Der Rest des Romans spielt ungefähr 20 Jahre später. Die Amerikaner sind immer noch vor Ort, wenn auch als Bewahrer eines Kriegerfriedhofs. Wie haben die verbliebenen Veteranen die Landung verarbeitet? Jean Amila hat ein paar Überraschungen, teils nach einem Muster des Autorenduos Pierre Boileau und Thomas Narcéjac (es sei hier nicht verraten amila; siehe Amila Pierre Boileau und Thomas Narcéjac), parat.
Es ist ein Krimi, gewiss, aber mehr. Es ist ein Nachkriegsroman. Er behandelt das merkwürdige Verhältnis zwischen den Einheimischen und den Besatzern der US-Enklave; damit auch das Aufeinandertreffen zweier Kulturen.
Stil
Stilistisch zählt Mond über Omaha zum »schwarzen Krimi«. Mir scheint, ein Merkmal dieses Genres zu sein, dass der Autor seine Figuren nicht psychologisch tiefschürfend ausarbeitet und sie dann gemäss ihrem Charakter und dem Plot laufen zu lassen. Amila behält alle Fäden in der Hand und lässt an diesen seine Protagonisten tanzen, wie es ihm in den Sinn kommt. Da wird oft kurzerhand eine Entscheidung getroffen, die der Leser nicht erwartet. Gerade das macht den Reiz des ungeschliffenen Romans aus.
Seitenhiebe
Nur gelegentlich (und daher umso auffallender) teilt Amila Seitenhiebe aus.
"Sie war [...] geschmacklos gekleidet, wie man es von einer Künstlerin nicht anders erwarten kann" (S. 134).
"Sie war eine Intellektuelle, das heißt sie steckte voll guter Absichten" (S. 140)
"Er war ein Intellektueller, also ein Schwätzer" (S. 211)
Insgesamt ein spannender Roman mit Krimicharakter. Nicht nur der Schluss überrascht.
Wölfe heulen den Mond an
Zu den beiden heulenden Hunde im Banne des Monds verweist Jean Amila auf die Tarotkarte mit zwei Wölfen, die den Mond anheulen (S. 192). Dieses Motiv kommt in verschiedenen Wendungen auch in der US-amerikanischen Folklore und Popmusik vor.
Hank Williams: Howlin’ at the Moon (Hank Williams), Nashville, Tenn. 16.3.1951, MGM 11000; mit der Refrainzeile: "You got me chasin’ rabbits, pullin’ out my hair and howlin’ at the moon".
Eddy Arnold: Ole Faithful (Michael Carr, J. Hamilton Kennedy), 1963 RCA LSP-2578; mit:
"There's a coyote howlin' to the moon above"
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Übersetzer
Helm S. Germer, Übersetzer-Kollektiv, FASK (Freunde und Freundinnen des französischen Kriminalromans am Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften der Universität Mainz in Germersheim)
Bernd G. Bauske, Julian Löffler, Jürgen Wuttke.
Links
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Literatur
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 17.8.2005