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Frankl
Viktor Frankls Prinzip
Vorläufer, Ähnliches und Widersprüchliches – frankl Links
Viktor Frankls Prinzip
„Im Dienst an einer Sache oder in der Liebe zu einer Person erfüllt der Mensch sich selbst. Je mehr er aufgeht in seiner Aufgabe, je mehr er hingegeben ist an seinen Partner, um so mehr ist er Mensch, um so mehr wird er selbst. Sich selbst verwirklichen kann er also eigentlich nur in dem Maße, in dem er sich selbst vergißt, in dem er sich selbst übersieht.“
Viktor E. Frankl: Das Leiden am sinnlosen Leben. Psychotherapie für heute. Freiburg: Herder, 1977, S. 18
Viktor Frankl sieht eine enge Korrelation zwischen Selbstverwirklichung, Lebenssinn und Glück (siehe weitere Zitate von Frankl unter frankl Links).
Wissenschaftliche Stützung
Wer für Frankls Prinzip einen Nutzennachweis braucht: den lieferte die Forschung 2016. Ältere Menschen, die andere unterstützen, – also Frankls Prinzip praktizieren – leben länger. An der Studie, die dieses Ergebnis lieferte beteiligten sich Forschende der Universität Basel, der Edith Cowan University, der University of Western Australia, der Humboldt-Universität zu Berlin und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin.
Siehe: "Helfen lohnt sich", unter frankl Links).
Viktor Frankl ist nicht der Entdecker oder Erfinder dieses Prinzips. Er hat es zeitlebens öffentlichkeitswirksam vertreten. Leider kennen es Milliarden Menschen immer noch nicht, sonst wären nicht so fadenscheinige Werke zum Glück immer wieder in den Bestsellerlisten.
Hier eine ähnliche Formulierung des Prinzips von einem anderen grossen Denker das 20. Jahrhunderts, Rudolf Carnap (frankl Links):
„The fact that everybody knows that he will eventually die, need not make his life meaningless or aimless. He himself give meaning to his life if he sets tasks for himself, struggles to fulfill them to the best of his ability and regards all the specific tasks of all the specific tasks of all individuals as parts of the great task of humanity, whose aim goes far beyond the limited span of each individual life.“
"Intellectual Autobiography", S. 9.
In: Paul Arthur Schilpp, Hg. (1963): The Philosophy of Rudolf Carnap. La Salle, Illinois: Open Court.


Während Frankl zwei Bezugsobjekte nennt: Sache und Mensch, hat Wilhelm von Humboldt schon 1827 dieses Prinzip gesehen, allerdings reduziert auf Menschen:
„Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“
Wilhelm von Humboldt (1767 - 1835), deutscher Philosoph, Philologe und Staatsmann, in: Briefe an eine Freundin, 21. 9. 1827.
Ganz anders sah es Thomas von Aquin (1225 - 1274):
Ultimus finis hominum est beatitudo“– Das letzte Ziel des Menschen ist das Glück.
Diese christliche (?) Position hat bis heute eine unheilvolle Wirkung.
Nachtrag 6.8.2015
Ich wurde darauf hingewiesen, dass „beatitudo“ im Kontext hier besser mit „Seeligkeit“ wiedergegeben wird. Gemeint ist dann wohl eine transzendente Seeligkeit, irgendwann nach dem Tode oder dem sogenannten Jüngsten Tag. Mit dieser Glücksvorstellung im Jenseits machen sich viele Religionen ihre Anhänger im Diesseits gefügig: entweder ist das Diesseits nicht so wichtig, oder / und es gibt Vorschriften wie man sich im Diesseits zu verhalten habe (alles der jeweiligen Kirche vermachen oder Ungläubige töten oder ...), um die Seeligkeit im Jenseits zu erlangen.
„In Anderer Glück sein eigenes finden
Ist dieses Lebens Seeligkeit:
Und anderer Menschen Wohlfahrt gründen,
Schafft göttliche Zufriedenheit!“
König Ludwig II. von Bayern, 1866,
zitiert nach Panorama - Mitteilungen des Deutschen Alpenvereins, April 2007, S.  38
In wieweit der Luggi seinem Gedicht gerecht wurde steht auf einem anderen Blatt.
"Wer anderer Not löst, ist der Erlöste." – Laotse
Ritter:
"In jedes gute Herz ist das Gefühl von der Natur gelegt,
dass es für sich allein nicht glücklich sein kann,
dass es sein Glück im Wohle anderer suchen muss."
Johann Wolfgang von GoetheDer Groß-Cophta, III. 5.
"Die Tür zum Glück geht nach außen auf, wer sie »einzurennen« versucht, der verschließt sie nur." – Søren Kierkegaard (1813 - 1855), Philosoph, Schriftsteller und Theologe
"Those who bring sunshine into the lives of others cannot keep it from themselves." –
Diejenigen, die Sonnenschein in das Leben anderer bringen, können ihn nicht von sich selber abhalten.
Sir James Matthew Barrie, 9. Mai 1860 Kirriemuir, Schottland – 19. Juni 1937 London
schottischer Schriftsteller und Dramatiker; erfand den Peter Pan
„Wahres Glück entsteht nicht durch die Beschäftigung mit sich selbst, sondern durch die Hingabe an ein lebenswertes Ziel.” Helen Keller,  (27. Juni 1880 Tuscumbia, Alabama – 1. Juni 1968 Easton, Connecticut), taubblinde, amerikanische Schriftstellerin.
Leider habe ich dazu keine Quellenangabe; ür Hinweise bin ich dankbar.
Links
Viktor Frankl franklViktor Frankl InstitutfranklWikipedia

frankl Haddon Klingberg:
When Life Calls Out to Us: The Love and Lifework of Viktor and Elly Frankl

frankl Zitate
frankl Glück - Sinn - Zufriedenheit
franklHelfen lohnt sich: Wer sich um andere kümmert, lebt länger. Studie untersucht den Zusammenhang von sozialem Engagement und Lebenszeit, MPG 22. Dezember 2016
franklHarald Hutterer: "Was ist Gück?" (pdf)
glueck Literatur zum Glück
franklGlück
franklGlücksarchiv
franklPhilosophie des Glücks
CarnapRudolf Carnap
franklJohann Wolfgang von Goethe: Der Groß-Cophta
franklLaozi
franklLudwig II.


Viktor Frankls Prinzip
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 12.2.2017