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Meckert
Jean Meckert: Schwurgericht
[Justice est faite]. Reinbek: Rowohlt, 1961. Alfred Buttlar-Moscon, Übs. 164 Seiten – jean Linksjean Literatur
Jean Meckert wird gerade durch den empfehlenswerten Verlag Conte aus Saarbrücken wiederbelegt (Werke unter seinem Pseudonym Jean Amila). Da wollte ich auch einen seiner erfolgreichsten Roman Schwurgericht kennenlernen. Es lohnte sich.
In den ersten Kapiteln werden sieben Geschworene und die Angeklagte vorgeführt.
Elsa Lundenstein hat ihren schwerkranken Geliebten beim von ihm erwünschten Tode unterstützt. Damit steht das hochaktuelle Thema der aktiven Sterbehilfe zur Debatte.
Meckert macht es den Geschworenen nicht leicht, denn Elsa ist ausgebildete Ärztin (Eid des Hippokrates, siehe jean Links), in Frankreich Ausländerin und zudem unreligiös. Nett, wie Meckert dem Leser "entgegenkommt" oder selbst in die Falle tappt:
"Elsa Lundenstein war ohne jeden Glauben, sie hatte es selbst gesagt. Trotzdem wirkte sie überzeugend ehrlich, manchmal geradezu erschütternd" (S. 15; Hervorhebung von mir).
"In Frankreich muß man eine Religion haben, wie man eine Hose besitzt. Das gehört ganz einfach zur Anständigkeit" (S. 43; ja, gerade in Frankreich läßt die Bartholomäusnacht – siehe jean Links – grüßen).
Überzeugend zeigt der Autor die Geschworenen in ihren jeweiligen Lebensumständen, mit ihren privaten Sorgen und mehr oder weniger Interesse sich mit der Person der Angeklagten, ihren Motiven und dem dahinterliegenden Problem der Sterbehilfe auseinanderzusetzen. Damit steht auch das Geschworenengericht (jean Links) selbst zur Diskussion. Zwei der Geschworenen spitzen die Auseinandersetzung eindrucksvoll zu: "Es läßt sich nicht bestreiten: sie hat ihn umgebracht!" und die Gegenposition: "Sie hat jemanden getötet, der eigentlich schon tot war ... " (S. 61).
Verfilmung
Schwurgericht (Justice est faite), Frankreich 1950 Regie: André Cayatte; Buch: André Cayatte, Charles Spaak, mit Michel Auclair, Antoine Balpêtré, Raymond Bussières. Goldener Bär bei den ersten Internationalen Filmfestspiele Berlin 1951
Schwurgericht bietet kluge und spannende Unterhaltung ohne dass Jean Meckert eine Meinung vorschreibt oder die Ansichten breit walzt. An die Dichte des berühmten Films "Die 12 Geschworenen (jean Links) kommt der Roman nicht hin, dafür hat er eigene Qualitäten.
Sehr zu empfehlen.
Links
jean Jean Meckert aka Jean Amila
Aktive Sterbehilfe: Irene Nickel:
Meckert"Aktive Sterbehilfe und ihre Alternativen"Meckert"Recht auf selbstbestimmtes Sterben"
MeckertWikipedia
jean Altern und Lebensabend
MeckertBartholomäusnacht
MeckertVerlag Conte, Saarbrücken
MeckertEid des Hippokrates
MeckertGeschworenengericht
MeckertDie 12 Geschworenen
Literatur
Derzeit (9/2007) nur antiquarisch, siehe jean Der sichere Weg zum Buch:
Jean Meckert: Schwurgericht [Justice est faite]. Reinbek: Rowohlt, 1961. Alfred Buttlar-Moscon, Übs. 164 Seiten
jean Anfang

Meckert
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 25.9.2007