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Amila
Jean Amila: Bis nichts mehr geht
Saarbrücken: Conte, 2007. Taschenbuch, 218 Seiten. Helm S. Germer, Übs. – Jean LinksJean Literatur
Die neue Grundschullehrin für den kleinen Ort Nomville in der Normandie wird vom örtlichen Pfarrer Hulin mit der Kutsche abgeholt und stellt fest, dass er benebelt ist. Auch im Dorf frönt man dem Alkohol; sogar die Kinder in der Schule trinken ihn im Pausengetränk. Die Abstinenzlerin Marie Anne ist entsetzt und greift durch. Das kommt nicht gut an.
Doch die junge Lehrerin wird auch vor Pierrot gewarnt. Er ist an einer Schmugglerkette beteiligt.
Zu diesen zwei Fronten für die Lehrerin kommt, dass ihr Cousin als Polizist die Schmuggler jagt.
Ein Panoptikum des dörflichen Witzes und der Gaunereien ist entworfen.
An der wohlwollend mit blinkendem Auge angesehenen Schwarzbrennerei  verdienen auch die Gangster Nordfrankreichs. So stellt der Autor den kleinen Ganoven – ähnlich wie in Mitleid mit den Ratten (Jean Besprechung) die Profis gegenüber. Pierrot will mehr und es muß zur Auseinandersetzung mit den großen Ganoven kommen.
Marie Anne wird zwangsweise Schnaps eingeflößt und der trinkende Pfarrer will drei Tage abstinent bleiben.
Die Einstellung der regionalen Schmuggler spricht Bardin, der köstliche Wirt als Zwischenhändler, aus: "Ich bin für Aktivitäten am Staat vorbei, nicht für Betrug". Diese Gaunerei mit Augenmaß kennen die wirklichen Gangster nicht und das bekommen sowohl Bardin als auch Pierrot zu spüren.
Wie das mit Marie Anne, ihrem Cousin und auch sonst zusammenpasst, das sollte man lesen. Es kommt zu einem operettenhaften Abschluß.
Man wird an den großartigen Film "Thunder Road" (1958) mit Robert Mitchum erinnert, aber auch an "White Lightnin'" (1959) von Big Bopper: "He brewed white lightning 'till the sun went down, And then he'd fill him a jug, an' pass it around": Schnapsbrennen und -schmuggeln in Kentucky, Tennessee und North Carolina.
Jean Amila in Höchstform. Ein ganzes Dorf als Alkoholiker und die Spannung zwischen den dörflichen und nationalen Ganoven garantieren für wilde Verfolgungsjagden, grobe Verteilungskämpfe. Der Autor behandelt alles mit Witz und wechselnden Tempi. Gelungen!
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AmilaRezensionen zu "Bis nichts mehr geht"
AmilaWalter Delabar: "Bericht aus einer untergegangen Epoche. Jean Amila schickt eine Pariser Lehrerin aufs Land, und das im Jahr 1958". literaturkritik.de 4, April 2008
AmilaBarbara Keller: "Auf Gedeih und Verderben"
Literatur
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Amila AmilaJean Amila: Bis nichts mehr geht. Saarbrücken: Conte, 2007. Taschenbuch, 218 Seiten. Helm S. Germer, Übs.

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 18.5.2008