| Ronan
Bennett: Zugzwang Bloomsbury, 2008. Taschenbuch, 288 Seiten. Englisch – |
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Schauplatz: Petersburg 1914, unmittelbar vorm großen
Schachturnier.
Der Roman startet mit einem spektakulären Mord an O.V. Gulko (nicht nur die Turnierteilnehmer hat der Autor mit Namen der originären Schachmeister versehen). Der polnische Violinspieler Kopelzon bringt seinem Freund Spethmann den labilen polnischen Schachmeister Rozental zur Betreuung bis zum Turnierbeginn. Und schon steht Otto Spethmann zwischen Polizei, Revoluzzern, Gangster und Geheimpolizei. Wer auf welcher Seite steht war mir meist unklar und wurde auch mit der Lektüre nicht immer klar. Man sieht: die zeitliche und örtliche Platzierung des Thrillers ist klug gewählt. |
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| Hinter Avrom Chilowicz Rozental vermutet der Schachfreund den genialen polnischen Meister Akiba Rubinstein. Dies bestätigte der Autor bei einer Lesung in Berlin. Er wollte ihm (wie Lasker und Capablanca) seinen Namen belassen, änderte ihn aber, da er ihn doch freier behandeln wollte. | |||||||||||||||
| Die durchgängige Idee ist eine Schachpartie zwischen
Spethmann und Kopelzon, in der Otto mit Zugzwang arbeitet. In einem
Dame-Bauern-Endspiel manövriert er seinen Gegner aus. Diese Partie
folgt einer Partie Daniel King
gegen Sokolov (bin nicht mehr so informiert, welcher Sokolov dies nun
ist) aus dem Jahre 2000 (S. 275). Mit dem englischen GM Daniel King ist
der Autor befreundet. |
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| Mir war die Handlung zu undurchsichtig. Das Geheimnis um den Auftaktmord wird auf Seite 238 gelüftet, da war's mir schon egal. Zwischendrin muss man verworrene Geschichten das der Vergangenheit der Protagonisten lesen. Das Kapitel 11 erschien mir nichts beizutragen: reines Füllmaterial. Allerdings wartet Bennett mit einem grossartigen Finish auf. Vielleicht müßte ich den Roman nochmals lesen um die Handlungsstrände und zwielichtigen Personen besser einordnen zu können. | |||||||||||||||
| Seltsames • Im Petersburg vom Jahre 1914 sind Telefone schon weit verbreitet. Viele Privathaushalte haben eines und in den Lokalen ist oft ein Telefon zur Hand. • Lasker setzt in seiner Turnierpartie gegen Rozental diesen – in einem Turm-Bauern-Endspiel – mit 60. b3 in Zugzwang. Das Partiediagramm zeigt die Zugzwangstellung (S. 247). Kurz darauf schlägt Lasker mit seiner Dame einen Springer auf d2 (S. 248). Das ist mir rätselhaft. |
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| Zugzwang erschien zuerst 2006 als wöchentlicher Fortsetzungsroman in der englischen Sonntagszeitung "The Observer". | |||||||||||||||
| Durch den Schachbezug und die brisanten Umstände im Petersburg von 1914 erhält Zugzwang eine gewisse Spannung. Die Zugzwangpartie lockerte den Text und spannte zugleich den schachinteressierten Leser. So recht begeistern konnte mich der Roman nicht. | |||||||||||||||
Endstand
im Turnier St. Petersburg 21. April – 22. Mai 1914 (11
Teilnehmer)
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| Ronan Bennett: |
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| Ronan
Bennett: Zugzwang. Bloomsbury, 2008. Taschenbuch,
288 Seiten. Englisch |
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Ronan Bennett: Zugzwang.
Der Hörver (SPV) 2007. 4 Audio CDs. Sprecher: Miroslav Nemec
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| Ronan
Bennett: Zugzwang. Bloomsbury, 2008. Taschenbuch,
288 Seiten. Englisch |
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