| W.
Somerset
Maugham: Ashenden or The British Agent London: Mandarin, 1995. Broschiert, 325 Seiten – |
| Ashenden, der in einigem dem Autor gleicht (Maugham
gehörte zeitweise dem britischen Secret Service an), wird von R. als
Agent angeheuert. Hier die lakonische Anwerbung: [R:] „If you do well you'll get no thanks and if you get into trouble you'll get no help. Does that suit you?“ [Ashenden:]„Perfectly.“[R:]„Then I'll wish you good afternoon.“ (S. 4) Während Ashenden sich in der Schweiz angeblich erholt und über neue Werke brütet (er ist Schriftsteller) operiert er für den britischen Geheimdienst. In Europa geht es im Ersten Weltkrieg drunter und drüben und Ashenden hat Missionen, die ihn weit über die Schweiz und Frankreich hinausführen. |
| Wie von Maugham gewohnt interessieren ihn die Charaktere, die er – ebenfalls wie gewohnt – grossartig lebendig werden läßt: die österreichische Baroness von Higgins, den haarlosen Mexikaner, das deutsch-britische Ehepaar Caypor, die ungewöhnliche Giulia Lazzari, in die Chanrda Lal verliebt ist. Sie wird als Helferin gezwungen ihn zur Strecke zu bringen. |
| Die sechzehn Geschichten hängen mehr oder weniger stark
zusammen. Ihr Rückgrat ist der englische Gentleman Ashenden, der
konsequent seine Aufträge erfüllt. Er ist kein 007, sondern erledigt
alles mit sanftem Druck und geschicktem Lavieren. Seine Aufträge fasst
er als taktische Zweikämpfe mit seinem Gegenüber auf. Über langweilige Bücher denkt Ashenden so: "He passed a good deal of time in the book-shops turning over the pages of books that would have been worth reading if life were a thousend years long." (S. 168) Und über die Deutschen: "He would learn that all Germans are not the devilish fiend that they think them in England." (S. 189) |
| Meine Lieblingsgeschichte: "The Flip of a Coin", die keine sieben Seiten umfasst. |
| Teile der Ashenden Erzählungen dienten Alfred Hitchcock als Vorlage zu seinem Film: Secret Agent, GB 1935. |
| Die Geheimdienstgeschichten erschienen 1928 und sind immer noch lesenswert für diejenigen, die keine Superagenten und Aufdeckung schlimmster Verbrechen erwarten. Ashenden trägt sein Scherflein bei, dass die Mittelmächte den Krieg nicht gewinnen. Das macht er mit Witz und Menschenkenntnis. |
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| W. Somerset
Maugham: Ashenden oder Der britische Geheimagent.
Zürich: Diogenes, 2003. Eva Schönfeld, Übs. Broschiert, 282 Seiten
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