| William Somerset Maugham. Mrs
Craddock London: Mandarin 1996. 293 Seiten |
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| Die junge vermögende
Bertha Ley verknallt sich in den Nobody Edward Craddock und heiratet ihn
kurzerhand gegen alle Ratschläge und Widerstände. Zu spät
erkennt sie, daß Edward zwar fleißig und rechtschaffen aber doch
eine Banause ist. Seine Ansicht über Frauen: "Women are like
chickens, when they cluck and cackle, sit tight and take no notice" sagt
viel. Maugham schildert die allmähliche Veränderung der Ehe meisterlich. Doch gleichzeitig verändert sich auch die Umgebung. Sie findet den Common sense, die Stammtischparolen des Mr Craddock großartig und wählt ihn zum Abgeordneten. Es gilt: "Well, he may be a fool, but there's no reason why he shouldn't become a general". Mrs Craddock versucht ihr Leben zu arrangieren, wie ihre Tante, die die Rosen des Lebens pflücken will, allerdings mit Handschuhen, damit die Dornen nicht stechen. Wie kann sich Geist mit Dummheit paaren? Was ist schlimmer: die Verlogenheit des Gut- und Geldadels oder die rücksichtslose Dumpfheit der Unterschicht? Maugham zeigt, daß beides nicht weit voneinander entfernt ist. Zur Abrundung kann man Kate Chopins The Story of an Hour lesen (nur vier Seiten): ähnliche Problemstellung, völlig andere Lösung. Mir ist nicht bekannt, wann die Story, die Kate Chopin kurz vor 1900 geschrieben hat, erstveröffentlicht wurde und ob Maugham sie kannte. Lesenswert. |
Bei Amazon nachschauen Mrs. Craddock. Zürich: Diogenes. Taschenbuch - 283 Seiten Penguin 1979
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