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William Somerset Maugham
Maugham, William Somerset. The Razor's Edge
London: Mandarin, 1997. 340 Seiten
BuchausgabenVerfilmung
Dieser Roman – zu deutsch unter Auf Messers Schneide bekannt – erschien zuerst 1944 und zeigt William Somerset Maugham auf seinem Höhepunkt. Es ist ein typischer Maugham: der Autor ist Ich-Erzähler und bestimmt die Handlung mit.
Larry Darrell ist ein ungewöhnlicher, junger Amerikaner. Durch die Teilnahme am Ersten Weltkrieg geschockt, verweigert er ein Leben und Heirat in besten amerikanischen und europäischen Kreisen. Er will den Dingen auf den Grund gehen: zunächst in Paris, dann in Deutschland und Indien. Er beschäftigt sich mit den Mystikern des Mittelalters, arbeitet auf einem Bauernhof bei Zwingenberg, in einem französischen Bergwerk, verbringt ein paar Jahre bei einem indischen Guru.
Mit diesem unsteten Leben eines Suchers kontrastiert Maugham die amerikanische Finanzwelt, die den schwarzen Freitag nicht übersteht und das oberflächliche Treiben der europäischen Aristokratie. Wie bei Maugham gewohnt, paart er dabei praktische Lebensfragen mit Witz und Sarkasmus.
Maugham greift mit diesem lesenswerten Roman das Thema aus The Moon and Sixpence von 1919 wieder auf. Die größerer schriftstellerische Reife ist durchwegs erkennbar. Der Ich-Erzähler Maugham greift ins Geschehen behutsam ein, bleibt aber immer ein feiner Beobachter menschlicher Schwächen. Manche Beurteilung des Werks wirft Maugham die ablenkende Fülle von weiteren Romanfiguren vor. Doch ich meine, diese sind so farbig und großartig gemeisselt, daß der Roman dadurch nur gewinnt.
Die völlig verschiedenen Lebensverläufe, die jemand einschlagen kann, sind nur durch Messers Schneide getrennt. Maughams Figuren stehen oft an Weggabelungen, wo es darauf ankommt das trennende Messer zu erkennen. Zusammenfassend möchte ich das dem Buch vorangestellte Motto aus den Upanischaden [Schriften der altindischen Religion über die Erlösung des Menschen] stellen:
The sharp edge of a razor is difficult to pass over;
thus the wise say the path to Salvation is hard.
Es ist schwierig, über die scharfe Schneide eines Messers zu laufen:
Daher ist, wie die Weisen sagen, der Weg zum Heil mühsam.

Verfilmungen
  • “Razor's Edge” (1946), s/w, 144 Min. Regie: Edmund Goulding; Darsteller: Tyrone Power, Gene Tierney, Anne Baxter, Oscar für Best Supporting Actress; Musik: Alfred Newman. – Deutsch: “Auf Messers Schneide” (1946).
  • “Razor's Edge” (1984), 128 Min. Regie: John Byrum; Darsteller: Bill Murray, Theresa Russell, Catherine Hicks; Musik: Jack Nitzsche. – Deutsch: “Auf Messers Schneide” (1984).
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Maugham
Somerset Maugham Razor's EdgeThe Razor's Edge. Penguin 1992. Taschenbuch - 314 Seiten
Maugham
Auf Messers Schneide. Roman. Zürich: Diogenes. Taschenbuch - 351 SeitenSomerset Maugham Messers Schneide

William Somerset Maugham
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